Kurz erklärt
Das EPC ist das Kernnetz hinter dem LTE-Funkzugang. Es meldet Teilnehmer an, verwaltet ihre Verbindungen und leitet Daten zu anderen IP-Netzen weiter. Welche Aufgabe welches Netzelement übernimmt, zeigen die beiden Grafiken.
Wenn du eine Webseite über LTE aufrufst, prüft das Netz deine SIM, richtet eine Datenverbindung ein und leitet die Pakete zum richtigen Ziel weiter. Diese Aufgaben übernimmt das Evolved Packet Core, kurz EPC.
Warum LTE ein neues Kernnetz bekam
Mit LTE sollten Mobilfunknetze mehr Daten übertragen und dabei die Kosten pro übertragenem Bit senken. Dazu gehörten Änderungen am Funkzugang und am Kernnetz. Der Funkzugang heißt E-UTRAN; seine Basisstationen werden eNodeB genannt. Sie stellen die Funkverbindung zum Endgerät her. Das EPC übernimmt die Aufgaben dahinter.
Der Umbau der Systemarchitektur wurde unter dem Namen System Architecture Evolution (SAE) standardisiert. Das daraus hervorgegangene Kernnetz ist das EPC. Die Standardisierung erfolgt bei 3GPP. Eine vereinfachte Netzstruktur sollte die Übertragung effizienter machen und die Verzögerung zwischen Sender und Empfänger verringern.
Die technischen Grundlagen des Funkzugangs – von OFDMA über MIMO bis zu FDD und TDD – erklärt LTE Technik. Wie Carrier Aggregation und erweiterte Antennenverfahren die Übertragung weiterentwickeln, zeigt LTE Advanced.
EPC, EPS und SAE: Was ist der Unterschied?
Die Abkürzungen beschreiben unterschiedliche Dinge. EPC steht für das Kernnetz. EPS bedeutet Evolved Packet System und umfasst den LTE-Funkzugang zusammen mit dem Kernnetz. SAE bezeichnet die Weiterentwicklung der Systemarchitektur. Das EPC ist damit ein Teil des EPS.

Das EPC arbeitet paketvermittelt und IP-basiert. Eine eigene leitungsvermittelte Übertragung ist darin nicht vorgesehen. Sprache kann als IP-Dienst übertragen werden. Auch die Verbindung zu anderen Netzen muss berücksichtigt werden. Wie solche Übergänge umgesetzt sind, hängt von der jeweiligen Zugangs- und Netzarchitektur ab.
MME und HSS: Wer darf ins Netz?
Die Mobility Management Entity (MME) kümmert sich um die Steuerung der Verbindung. Dazu gehören die Anmeldung am Netz, Aufgaben bei der Authentifizierung und die Verwaltung der Mobilität. Sie hält Informationen darüber, in welchem Bereich ein Endgerät erreichbar ist. Für diese Aufgaben tauscht sie Signalisierungsnachrichten aus.
Der Home Subscriber Server (HSS) stellt Teilnehmer- und Berechtigungsdaten bereit, die das Netz unter anderem für die Anmeldung benötigt. Der HSS wurde bereits vor LTE eingesetzt. In älteren Mobilfunknetzen verwaltet das Home Location Register (HLR) Teilnehmerdaten.
Wichtig ist die Trennung zwischen Signalisierung und Nutzdaten: Die MME steuert die Verbindung; die Gateways leiten die Daten deiner Webseite weiter. Auch ältere Mobilfunksysteme kannten diese Unterscheidung. Neu sind beim EPC die konkrete Architektur und die Aufgabenverteilung.

S-GW und P-GW: Welchen Weg nehmen die Daten?
Das Serving Gateway (S-GW) leitet Nutzdaten zwischen der Basisstation und dem PDN Gateway weiter. PDN steht für Packet Data Network. Für das PDN Gateway findest du häufig auch die kurze Schreibweise P-GW.
Das P-GW bildet den Übergang zu externen IP-Netzen. Es ist außerdem an der Bereitstellung der IP-Adresse für das Endgerät beteiligt. Im Grundaufbau führt der Nutzdatenweg deshalb vom Endgerät über eNodeB und S-GW zum P-GW und von dort zum jeweiligen IP-Netz.
S-GW und P-GW sind unterschiedliche logische Funktionen. Ein Netzbetreiber kann sie technisch in einer gemeinsamen Einheit umsetzen. In älteren Beschreibungen wird diese Kombination auch als SAE Gateway bezeichnet. Für das Verständnis der Datenübertragung ist es trotzdem hilfreich, ihre Aufgaben auseinanderzuhalten.
PCRF: Welche Regeln gelten für einen Datenstrom?
Die Policy and Charging Rules Function (PCRF) stellt Regeln für Datenströme bereit. Dabei geht es beispielsweise um die Dienstgüte und darum, welche Vorgaben für die Erfassung abrechnungsrelevanter Nutzung gelten. Ein Sprachdienst kann andere Anforderungen haben als ein Dateidownload.
Im klassischen EPC setzt die Policy and Charging Enforcement Function (PCEF) im P-GW die Vorgaben des PCRF um. Die PCRF liefert Regeln für die Erfassung der Nutzung; weitere Funktionen übernehmen die Abrechnung.
Die wichtigsten Abkürzungen auf einen Blick
| Begriff | Ausgeschrieben | Aufgabe |
|---|---|---|
| E-UTRAN | Evolved UMTS Terrestrial Radio Access Network | LTE-Funkzugang mit eNodeB-Basisstationen |
| EPC | Evolved Packet Core | Kernnetz hinter dem Funkzugang |
| EPS | Evolved Packet System | Gesamtsystem aus Funkzugang und Kernnetz |
| MME | Mobility Management Entity | Steuerung, Anmeldung und Mobilität |
| HSS | Home Subscriber Server | Teilnehmer- und Berechtigungsdaten |
| S-GW | Serving Gateway | Weiterleitung zwischen eNodeB und P-GW |
| P-GW | PDN Gateway | Übergang zum IP-Netz |
| PCRF | Policy and Charging Rules Function | Regeln für Dienstgüte und Charging |
Quellen und Einordnung
Dieser Beitrag erläutert den klassischen LTE/EPC-Grundaufbau. Die Grafiken zeigen logische Funktionen, keine konkreten Geräte oder vollständigen Protokollabläufe. Roaming, zusätzliche Zugangsnetze und spätere Architekturvarianten sind nicht dargestellt.
- LTEmobile: EPC – das LTE-Kernnetz. Bestehender Artikel, in dieser lokalen Fassung neu gegliedert und fachlich präzisiert.
- 3GPP TS 23.401 / ETSI TS 123 401 V18.5.0, insbesondere Abschnitte 4.2, 4.4 und 4.7.5.
- 3GPP: LTE Advanced – System Architecture Overview, Abschnitt 2.
Redaktionell überarbeitete lokale Testfassung vom 26. Oktober 2026. Der ursprüngliche Beitrag auf ltemobile.de bleibt unverändert.